«inatt poesie» - poetry & prose
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inatt:

In Tiefer Stille

- self. Own poem as well, German language. 

In Tiefer Stille

In tiefer Stille, nächtlich, trist,
geht ein dunkler, grauer Ton, der ist
einem inniglichen Seufzer gleich -
entflissen meinem Herzensreich.

Sein Klang erscheint mir urig roh,
kein Blick begleit’ ihn lichterfroh
und öd umgibt mich diese Welt,
die noch mein Herz gefangen hält.

Was einst geliebt, ist heute fort
und nein, wie oft verübte Mord
man bis zu diesem trüben Tage
an meinem Herzen, dass ich sage:

Tot - das Herz ist wundgebrannt,
durchgereicht von Hand zu Hand
und in jeder stets erneut entflammt,
eh dass es nun sein Ende fand.

(Source: inattpoesie)

Petter & Lovisa

Mit einem Knirschen unter den Rädern fuhr die kleine Kutsche über den Schotterplatz. Auf der Gepäckablage rumpelten zwei Koffer, einer groß und schwer, der zweite kleiner und leichter. Die Stricke, die das Gepäck halten sollten, waren locker und flogen durch Wind und Fahrt wild umher.
Und langsam kam die Kutsche zu Stand. Rasch sprang der Kutscher vom Bock, erreichte mit zwei Schritten die Kabinentür. Mit einer routinierten Verbeugung öffnete er sie und machte den Weg frei für die beiden Insassen.
Der erste, der den Weg in die Freiheit nach all den Stunden der Fahrt fand, war ein junger Mann namens Petter. Man kannte den seltsamen Blondschopf für seine schönen Worte und für seine noch jüngere, doch nicht weniger charmante Gattin Lovisa.

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inatt:

Im Moor

- self. Own poem as well, German language. 

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inatt:

Übermut

- self, poem by Leni H. 

Der König

Tief in meinem Herzen wähn’ ich,
wiegend sacht im Abendwind,
einen weiten, grauen Wald, der sich
bei Erinnerungen trübe sinnt.

In diesem Wald vermocht zu glimmen
eine kleine Lichtung herrschaftlich,
auf der einst ich noch mit allen Sinnen
hab’ gespürt den inn’ren König.

Jener König hielt das Szepter,
das er über grüne Meere schwang;
auf dieser Lichtung hat gethront er,
eh er mit dem Scheiden rang.

An seiner Seite war die Lichtgestalt,
die ihm sein Hort von Gold, sein Leben,
die sein junges Herz mit sanft Gewalt
hat mal um mal gebracht zum Beben.

In ihre Augen mocht er sinken,
in ihrem Haar bei Nachte ruh’n;
nur aus ihren lieben Händen trinken,
dies und alles für sie tun.

Doch selbst ein König wird geboren
nicht als Herrscher, mehr als Bub;
drum ward ihm keine Braut erkoren,
die er ein Leben lang im Herzen trug.

So wie ich all dies Treiben in mir wähn’,
wollt’ er nicht von der Hoffnung weichen,
in ein fremdes, fernes Land zu geh’n
und sich in ein holdes Herz zu schleichen.

Wie groß das Glück, als er gefunden,
wem sein Wesen war geschenkt;
der Lichtgestalt, umgarnt von Linden,
hat er sich um den Hals gehängt.

So ist’s gewesen! sag ich heut,
denn weiß ich nun, so war es einst;
der Optimist in mir, er scheut,
sich zu fragen, ob du weinst.

Meiner selbst ist so zumute,
spielt sich doch all dies in mir ab;
und der König, ach der Gute,
wartet heute auf sein Grab.

Nicht möcht ich doch enthalten
euch den Niedergang des Lieben,
denn all die Schwüre, die jüngst galten,
nichtig sind wie Eins gen Sieben.

Was ist ein König ohne Land?
Fort musst er in weites Heim,
sein Herz ließ er in ihrer Hand,
daheim allein, im Geist zu zwei’n.

Bald schon jedoch musst er wissen,
dass das Herz aus warmer Hand
der fernen Liebe just entflissen,
ins Schränklein unter’s Nachtgewand.

Wo die Sonne schien und Hitze schlug,
wo’s ihm erschien als Glücksgewinn,
wo er sein Herz an beiden Händen trug;
aus den Augen, aus dem Sinn.

Der König, er ist nun vergangen,
grau sein rauschend Waldesreich;
trüb umfasst ein bitt’res Bangen
mich mit kalten Fingern bleich.

Sieh wie nun die Lichtgestalt
sich an mir nährt in Ewigkeit
und mich in ihrer Allgewalt
liebkost ganz ohne Zärtlichkeit.

Was wünscht ich nun, dass ich
den König in mir tilgen könnte
und nicht mehr allzu weinerlich
mir ein zweites Herze wünschte.

Was wünscht ich nun, dass ich
den König neu erwecken könnte
und nicht mehr allzu weinerlich
einen Teil von mir zu tilgen wünschte.

Auch das Wesen ist ein Teil.

Was wünscht ich nun, dass ich
erneut an deine Seite könnte
und nicht mehr allzu weinerlich
dich aus mir zu vertreiben wünschte.

Du fehlst.

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inatt:

Das Lumpenkind

- self, for treacherous-gods

The Little Rag Bag Child

(translation of German original: Das Lumpenkind)

In front of the crate sits a little rag bag child, two rags around the tiny feet, in its felt hair a ribbon. Laughing, singing it rummages in the crate and now and then an old toy is thrown right over its shoulder. Next to it lies an old suitcase, opened one can see the flimsy covering, barely showing the once red and white coloured stripes.
“Away, away”, the child murmurs and looks for its favourite toys. “The horse and the figure.” They take place in the suitcase. “The blanket, the building bricks…”
Slowly the suitcase gets filled and before the child finally closes it, it puts soul and heart on top. Lovingly it closes it, jumps up, takes the case and walks out into the world with a smile.

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Das Lumpenkind

Vor der Truhe sitzt ein kleines Lumpenkind, zwei Fetzen um die winzigen Füßlein, im Filzhaar ein Schleifchen. Lachend, singend kramt es in der Kiste und hin und wieder fliegt ein altes Spielzeug über die Schulter. Daneben liegt ein abgewetzter Lederkoffer, geöffnet lässt es freie Sicht auf den fadenscheinigen Innenbezug, der, kaum noch die rote und weiße Farbe zeigend, zwischen den Löchern noch die Längsstreifen erahnen lässt.
“Fort, fort”, murmelt das Kind und sucht sich seine Lieblingsspielsachen heraus. “Das Pferd und das Männchen.” Sie landen im Koffer. “Die Decke, die Klötze… “
Langsam füllt sich der Koffer und ehe das Kind ihn letztlich schließt, legt es noch Herz und Seele obendrauf. Liebevoll klappt es ihn zu, springt auf, schnappt sich den Koffer zur Rechten und stapft frohen Mutes in die Welt hinaus.

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Jealousy Of Oneself

(translation of German original:
Die Eifersucht aufs Ich)

Colourless, grey and secretly dull,
like a lindworm devouring all life;
empty are the streets, alleys and lanes,
the world seems lonely and abandoned.

I myself am just a shadow of grey,
one I wouldn’t trust myself;
but why all that trust,
you can’t build walls on it.

A protection, an escape from this sadness,
from this misery, that seems like a requiem;
but I’m not surrounded by a heavy wall,
protecting me from this chill of emptiness.

So I’m wandering through the alleys,
wondering that I’m so alone
through these many secretly dull pictures
without any deadline skulking.

A dead silence is reigning,
not granting me protection nor will,
but I’m retrieving through this heavy door
and am praying for someone to guide me away.

But all my praying is in vain,
I myself am the one destroying the rigour;
So I want to push all fears aside,
as I see her blessedly lying in front of me:

Have you ever seen your love tarrying in a dream?

Pale and bleak she lies there,
dressed in grey felt on tattered paper sheets;
Her breast is neither raising nor lowering,
but this does not seem to be a loss to me.

Now the sound of a violin reaches my ear,
sneaking through the streets and lanes,
as I see on whose proudly numbed shoulder
she lay her newly dull curls.

So we are lying there like frozen,
awaiting in bliss the dream;
but on my mind one question is burning:
Why all that grey this day?

Hence I feel horribly torturing
that in me falling, rumbling,
the loneliness is bursting its dress
and is biting my soul as jealousy.

It’s not a lindworm devouring the life,
it’s been myself who was this emptiness!
Do I really understand now,
that it’s been jealousy of myself?

With this question the misery fades,
fading slowly, torturing, bitterly, insipidly;
and slowly the colour returns:
And this should be the truth?

I feel a quick movement now,
not mine; a second revival:
No walls I will build,
my protection will be trust.